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Wie kultiviere ich Hauswurz?

 

1. Die Geschichte der Hauswurzkultur und Heilwirkung

 

Am längsten in Kultur ist vermutlich die Dach-Hauswurz, Sempervivum tectorum. Sie war eine beliebte Heil- und Zauberpflanze, welche auf das Dach gepflanzt vor Blitzschlag schützen sollte. Karl der Große befahl dies sogar in seiner Landgüterverordnung! In den Kamin gehängte Hauswurz sollte vor Hexen, auf die Dächer von Viehställen gepflanzt vor Seuchen schützen.

Weiße Blüten sollten einen Todesfall vorhersagen.

Heute noch werden ausgedrückte Blätter gegen Insekten- und Brennesselstiche verwendet, es gibt Hauswurzsalben und auch in der Homöopathie hat die Dach-Hauswurz Einzug gefunden.

 

2.  Standort und Boden

 

Zur Standortwahl: Die Farbe der Rosetten ist abhängig von Licht und Boden. Am besten man pflanzt die Semperviven an einen sonnigen Ort mit durchlässigem, eher nährstoffarmen Boden.

In der Natur kommen die Arten an unterschiedlichen Standorten vor, so ist Sempervivum arachnoideum und S. pittonii kieselliebend, S. arachnoideum wächst vor allem auf Silikatmagerrasen und S. pittonii auf Serpentinfelsen (Serpentin gehört zur Gruppe der Silikat-Minerale). Andere Arten wie Sempervivum calcareum bevorzugen kalkige Böden, wie der wissenschaftliche und der deutsche Name (Kalk-Hauswurz) schon sagen.

 

Im Garten zeigen sich die Semperviven allerdings sehr wiederstandsfähig, sie wachsen und blühen auf den meisten Gartenböden, nur z. B. (reine) Blumenerde verträgt die Hauswurz überhaupt nicht, sie ist viel zu Nährstoffreich.

Für die Erdmischung ist Pflanzerde besser, sollte aber auch nicht  Zu nasse Erde sollte mit Kies und eventuell Vermiculit aufgelockert werden.

 

Eine gute Mischung wäre:

2 Teile Pflanzerde

1 Teil Granitsplit

1 Teil Vermiculit

 

Der Name „Sempervivum“ bedeutet „immer lebend“ - und die meisten Semps sind wirklich fast nicht totzukriegen! (Es gibt aber auch wenige Ausnahmen)

Sempervivum würden selbst in Blumenerde wachsen, aber dann sind sie  nicht sehr ansehlich. Je heller der Standort und je besser der Boden, desto schöner leuchten die Semps in kontrastreichen Farben.

 

3. Überwinterung

 

Alle Arten und Sorten der Gattung Sempervivum sind winterhart. Und das, obwohl einige Arten in Südfrankreich, Spanien oder der Türkei beheimatet sind!

Der Erfolg der Überwinterung bei empfindlichen Hauswurzen liegt in der Trockenheit des Bodens, denn bei nassem Boden können die Wurzeln und Rosetten anfangen zu faulen. Eine Hauswurz ist erst dann Tod, wenn das Zentrum der Rosette verfault ist. Ansonsten kann sich die Pflanze regenerieren.

 

Die meisten Hauswurze kommen ohne besondere Maßnahmen über den Winter, für die empfindlicheren Arten kann (!) man einen Regenschutz in Form eines Plastikdaches weiträumig über die Pflanze bauen (so dass das ganze Beet oder die ganze Stellage trocken sind). Der Regenschutz kann im Frühjahr wieder entfernt werden.

 

4. Vermehrung

 

Vegetative Vermehrung:

Die Vegetative Vermehrung durch Kindel ist die einfachste und einzige sortenechte Vermehrung für Hauswurze.

Die Vermehrung durch Kindel ist denkbar einfach:

Semperviven entwickeln im Frühjahr viele kleine Tochterpflanzen, die Kindel. Diese sind mit je nach Art/Sorte mehr oder weniger langen „Stängeln“, den Stolonen mit der Mutterpflanze verbunden. Sobald die Kindel anfangen, wurzeln zu bilden, aber auch beliebig später, können die Stolonen durchtrennt, die Kindel abgenommen und umgepflanzt werden. Trennt man die Kindel nicht ab, bilden sich mit der Zeit sehr hübsche Polster. Die Kindel haben schon dieselben Ansprüche wie die Mutterpflanze.

 

Generative Vermehrung:

Sempervivum lässt sich natürlich auch durch Samen vermehren, allerdings sind die Jungpflanzen dann nicht mehr Sortenecht und dürfen auf keinen Fall unter dem Namen der Mutterpflanze weitergehandelt werden!

 

Beschreibung folgt...

 

 

 

 

 

Sempervivum Kultur

Junge Kindel bei der Sorte „Blutrot“